Chronik von Siebenbäumen

Erste urkundliche Erwähnung

Wann das Dorf Siebenbäumen entstanden ist, verschweigen die Quellen. Ebenfalls ist unbekannt, ob die Dorfgründung gleich als Kirchort erfolgt. Doch ist anzunehmen, daß das durch Rodung entstandene Dorf zunächst aufgrund der dortigen Rechte der Adelsfamilie von Parkentin dem Kirchspiel Groß Berkenthin zugeteilt gewesen ist.
Am 1. Mai 1286 wird das Dorf Siebenbäumen zum ersten Male urkundlich erwähnt. Diese Urkunde gilt aber der kleinen Kirchengemeinde, weil ihr das Dorf Kastorf zugewiesen wird. Übersetzt aus dem Lateinischen lautet der Urkundentext:

Wir, Albrecht, durch die Gnade Gottes, Herzog von Sachsen, Engern und Westfalen und Burggraf von Magdeburg, wollen, daß zur Kenntnis aller gelange, daß wir mit erfolgter Einwilligung des ehrwürdigen Vaters, unseres Herrn Bischofs von Ratzeburg, das Dorf Kerstendorp (Kastorf), das zum Kirchspiel Parkentin (Berkenthin) gehört, der Kirchengemeinde Seuenbomen (Siebenbäumen) wegen ihrer Bedürftigkeit in der Absicht größter Güte, hinzufügen, da die Kirche in Parkentin (Berkenthin), so wird gesagt, Einkünfte im Überfluß habe, daß der Priester auch ohne die Einkünfte des besagten Dorfes ausreichenden Unterhalt haben könne. Deshalb wollen wir, kurz gesagt, daß die Einwohner des obengenannten Dorfes Kerstendorp (Kastorf) der Kirche in Seuenbomen (Siebenbäumen) so wie Pfarrkinder unterstellt werden und dem Priester seine Rechte gewährleisten und ihre Rechte andererseits von diesem empfangen. Damit aber die vorgenannten Bestimmungen unverbrüchlich befolgt werden, haben wir das präsentierte Schriftstück als ersichtliches Zeugnis durch Anhängung unseres Siegels bekräftigt. Gegeben zu Mölln im Jahre 1286, am Tage des seligen Papstes Gregor (12. März).
Wir bekräftigen daher die fromme Handlungsweise, die durch die Herren Herzöge oben vollzogen wurde, durch unsere Autorität, in dem Willen und in der Kraft des heiligen Gehorsams durch strengen Befehl verordnend, daß die Einwohner des Dorfes Kerstendorp (Kastorf), welches Standes sie auch seien, dem Priester in Seuenbomen (Siebenbäumen) als ihrem rechtmäßigen Lenker ehrerbietig gehorchen und von ihm die geistlichen Sakramente empfangen und verlangen sollen, indem sie seine heilbringenden Gebote fest befolgen und ihm nichtsdestoweniger die der Kirche zustehenden Rechte vollständig leisten. Gegeben im Jahre des Herrn 1286 am Tage der Apostel Philipp und Jakob (1. Mai).

Im Jahre 1286 gibt es also eine Kirche in Siebenbäumen.

Der Ortsname für Siebenbäumen lautet 1286 bei der ersten Erwähnung "Seuenbomen" ("u" steht für "v") und im Jahre 1315 "Sou-enbomen". Mittelniederdeutsch sagt man "to den seven bömen", also zu den sieben Bäumen .
Aber die Bäume sind längst gefällt.